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Frühling

Alles auf Erden hat seine Zeit,
Frühling und Winter, Freude und Leid.

Ein Baum
Ein Baum, welch ein Traum.
Im Frühjahr Blütenzauber,
im Sommer Blättertrauben,
im Herbst buntes Laub,
das uns die Sinne raubt.
Und im Winter, man glaubt es kaum,
schläft er in seinen nächsten Taum.
So trotzt er Wetter und Wind
und schaukelt so manches Kind!
(Elvira Christina Westphal)

Frühlingserwachen
Ich sitz' am Fenster, schau hinaus,
und seh' am Baum schon Knospen treiben.
Kalt bläst der Wind noch um das Haus,
doch lange wird's nicht mehr so bleiben.
Noch heißt's im Volksmund, der April,
mit seinen bunten Wetterseiten,
der macht halt eben was er will,
doch wird der Frühling ihn vertreiben.
Der Mai wird wieder Einzug halten,
entfalten seine Blütenpracht,
der Wiesen Grün wird wieder walten,
dies alles kommt dann über Nacht.
Die pure Freude könnt' es sein,
wär' nicht stets Krieg auf unserer Erde.
Was uns umgibt ist alles Schein,
wenn doch der Friede Sieger würde.
Wie mag es unserer Erde schmerzen,
wenn man sie häufig bombartiert.
Wir fühl'n es auch in unseren Herzen,
wobei uns fast das Blut gefriert.
Für ewig sollte Friede sein,
doch wohl ist "ewig" nur ein Traum?
Der Mensch beschert sich nur noch Pein,
so dumm ist er, man glaubt es kaum.
Es gäb' für alle Platz auf Erden,
ein jeder könnte essen, trinken,
er könnte satt und glücklich werden,
würd' man die richtige Linie finden.
Drum bleibt seit Adam schon das Hoffen,
auf Frieden in der ganzen Welt.
Bis dahin ist noch vieles offen,
solang regiert der Mammon, nenn es Geld.
Das liebe Geld, von dem es allzu vieles gibt,
könnt alles lösen auf der Erde.
Doch beim Verteilen wird's versiebt,
oh dass die Menschheit klüger werde.
Wär erst einmal besiegt der Hunger,
gäb's keine Chance mehr für Krieg,
Beendet wär' dann aller Kummer,
das wär der Menschheit größter Sieg.
(Karl Zollfrank)

Maifahrt
Himmelblauer Maientag,
Schäfchenwolken spielend schweben,
's ist ein Wetter, wie ich's mag,
und Zeit, den Po auf's Rad zu heben.
Neue Kräfte kann ich laden,
alle Sorgen lass ich los,
lenk auf altbekannten Pfaden
ich mein treues Speichenross.
Die Natur wie neugeboren,
Menschen, die wie Kinder sind,
schmeichelnd bläst mir um die Ohren
zärtlich lauer Rückenwind.
Rechts und links die Hecken blühen,
dort am Hofe kräht ein Hahn.
Hier und da kommt schon mit Mühen
der allererste Löwenzahn.
Ein Bach, ein Steg, ein kurzer Halt,
Libellen, funkelnd wie Geschmeide,
ein Kuckucksruf vom nahen Wald;
die Luft umschmeichelt mich wie Seide.
Ein Sonnenstrahl durchs Blätterdach
von uralten Weidenbäumen,
zerrinnt im Wasser tausendfach,
Juwelen gleich, man glaubt zu träumen.
Seh ich dort Elfen, Gnome, Zwerge,
die Hexe und die gute Fee?
Moment, da war'n noch sieben Berge;
fast eingenickt, ach Gott herrje.
Heimwärts durch den großen Wald,
das Licht vergeht im Abendschimmer,
vom Teich herüber Nebel wallt,
der Mond erscheint, okkult wie immer.
Zwei Fledermäuschen Kreise ziehn,
ein schöner Tag ward mir beschieden,
vor'm Kötterhaus die Blumen blühn,
ein Kläffer stört den Abendfrieden.
Am Wegrand Katzenaugen blinken,
ein Käuzchen ruft 'nen Gruß mir zu,
den spitzen Kirchturm seh ich winken,
und meine Waden brauchen Ruh.
Lang sitz daheim ich auf der Bank,
die Nacht hat längst den Tag begraben.
Leis sag ich meinem Schicksal Dank
für all die unverdienten Gaben.
Viel hab ich von der Welt gesehn,
und hier und dort blieb ich auch stehn,
doch Schöneres ich nirgends fand,
als meine Heimat, Münsterland!
(Paul Effing)

Ostern ist zwar schon vorbei,
Also dies kein Osterei;
Doch wer sagt, es sei kein Segen,
Wenn im Mai die Hasen legen?
Aus der Pfanne, aus dem Schmalz
Schmeckt ein Eilein jedenfalls,
Und kurzum, mich täts gaudieren,
Dir dies Ei zu präsentieren,
Und zugleich tät es mich kitzeln,
Dir ein Rätsel drauf zu kritzeln.
Die Sophisten und die Pfaffen
Stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen,
Wohl die Henne? Wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Endlich ward ein Ei erdacht:
Doch weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hats der Has gebracht.
Sommer

Gänseblümchen, groß und klein,
blühn auf der Wiese im Sonnenschein.
Wiesenmännchen freut sich dran,
weil's mit ihnen spielen kann.
Herbst

Der frierende Bub – Ein Herbstgedicht
Das Herbstlaub gammelt in der Ecke,
Zweitausendfünf wird langsam alt.
Nur selten sind noch Sonnenflecken
und drum herum ist’s bitter kalt.
Der Wind, er heult, die Kälte würgt
gemein von hinten an der Kehle.
Sie kratzt und spuckt und beißt und bürgt,
für’s End’ von Liebe, Leib und Seele.
Dort glücklich rennt und jauchzt ein Kind,
ein Bub allein auf weiter Flur.
Sein Drachen wippt und wogt im Wind,
zischt durch die Luft an seiner Schnur.
Die Kälte, sie kennt kein Erbarmen.
Der Drachen schaurig gurrt und gellt,
zerrt an den dünnen Kinderarmen,
den Jungen weit hinaus aufs Feld.
(Verf.unb., gef. v. Pablo Arcacia-Abad)

Erntedankfest
Die Ernte war groß, die Ernte war gut,
wir zogen dankbar unsern Hut.
Ein Festag, wie für uns bestellt,
doch niemals für die Dritte Welt!
Im Korb lag Überfluss viel,
gute Ernte war das Ziel.
Was fangen wir nur mit all diesen Gaben jetzt an?
Mutter Natur bitte denke daran:
Lass nur soviel wachsen, wie wir wollen haben,
müssen viel zu den Müllbergen tragen.
Doch Hunger tut weh auf der ganzen Welt,
für wen ist diese Ernte bestellt?
(Oktober 1998, Elvira Christina Westphal)

Herbst
Der Herbstwind pfeift nun durch die Flur,
in bunten Farben kleidete sich die Natur.
Nur Stoppelfelder sich vor Augen weiden,
am Himmel munter die Drachen steigen.
Der Sommer nimmt Abschied von der Welt,
überlässt dem Herbst nun Wald und Feld.
(Picco, Notaufnahmelager Marienfelde)

Herbst
Es lockt der Herbst mit Frucht und Wein,
will Erntedank zum Abschluss sein
und in den Wäldern wird es still,
weil bald der Winter kommen will.
Die Jahreszeit auf ihrer Reise
begrüßt das Land auf seine Weise,
verklärt den Blick und lässt sinnieren,
im Hauch der Kälte, die wir spüren.
((c) Ingrid Riedl)

Herbst
Vom Winde getrieben
in Pirouetten, -
Goldfunken, die stieben
in modrige Betten.
Wie knöchern' Gebeine,
dürr - knorrig entfleischt,
stehen die Bäume,
von Krähen umkreischt.
Neblige Fahnen,
die in der Luft
hängen wie Ahnen
von Leichengruft.
Klamm - dumpfe Stille
aus sterbender Not, -
doch ewiger Wille
besiegte den Tod.
Denn unter dem Modern
der schützenden Schicht
schon Samen auflodern
zum kommenden Licht.
(Detlef Kühl)

Herbstanfang
Der Mais wird gehäckselt.
Die Jahreszeit wechselt.
Nun wird es Herbst.
Es vergilben die Blätter.
Und kalt wird das Wetter.
Alt werde ich selbst.
Doch noch Vieles ist offen,
und ich kann doch wohl hoffen
auf goldenen Wein.
Der Buchenwald lacht
mit ganz neuer Pracht
im Sonnenschein.
Die Walnüsse reifen
und ich will noch streifen
durch herbstliche Flur.
Will die Tage genießen,
sie singend begrüßen
noch immer in Dur!
(Detlef Kühl)

Herbstbild
Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.
(Friedrich Hebbel 1813 - 1863)

Ich liebe, wenn die bunten Blätter fallen,
wenn die letzten Schreie der Vögel verhallen,
wenn der Wind zum Sturm sich wendet,
und die Sonne ihre letzte Wärme sendet.
Ich liebe, das Duften des Regens,
und das stauben des Blätterfegens,
wenn das Kind den Drachen steigen lässt,
und der erste Tau die Gräser nässt.
Winter

Advent
Advent, Advent,
der Countdown rennt.
Die Tage zieh'n sehr schnell dahin,
das gibt doch alles keinen Sinn:
Geschenke hier, Geschenke da,
ein Tannenbaum ganz wunderbar.
Muss das wirklich alles sein,
Firlefanz im Kerzenschein?
Ein wenig Stille wäre mehr,
nur wo nehmen wir die heute her!
(© Elvira Christina Westphal, 2005)

Das Weihnachtsgeschenk
Jedes Jahr da lob' ich mir,
dieses Jahr nicht mehr mit dir.
Kaufen, nur was nötig ist,
keine Geschenke, auch wenn wer böse ist.
Und dann, ich weiß nicht warum,
bin ich wieder mal so dumm.
Wie mit seltsamer Magie,
verfalle ich der Kaufmanie.
Dinge, die ich gar nicht brauche,
sind mir richtig nachgelaufen.
Hab' nach Hause sie geschleppt
und dann in Papier gesteckt.
Schleife drum und Glitzersterne,
ach ich hab' euch ja so gerne.
Hab mit Liebe euch bedacht,
habt ihr auch was mitgebracht?
Wirklich Nein, das musste nicht sein,
ein Armreif echt aus Elfenbein?
Aber Kinder, im nächsten Jahr bitte dran denken:
wir wollen uns nichts schenken, wir wollen uns nichts schenken!
(1988, Elvira Christina Westphal)

Der Schlittschuhläufer
Es war noch dunkel in der Nacht,
als ich plötzlich aufgewacht.
Etwas anders war es heut',
riesengroß war unsre Freud:
Draußen lag der erste Schnee,
zugefroren war der See.
Der Kamin, er knisterte leis',
ein lautes Rufen kam vom Eis:
Schlittschuh laufen, Eisstockschießen
und vom Dach Eiszapfen sprießen.
Rote Nasen, rote Ohren,
Hände sind fast eingefroren.
Und die Kufen laufen heiß,
plötzlich ein Schrei, es bricht das Eis!
Ich steh' am Ufer, mich packt der Schreck,
ich starre nur auf diesen Fleck.
Zwei Freunde kommen angerannt,
sie greifen zu nach seiner Hand.
Noch einmal ist es gut gegangen,
welche Angst und welches Bangen.
Lang' haben wir unterm Christbaum gesessen
und diese Stunde nicht vergessen.
(1988, Elvira Christina Westphal)

Im Lauf der Jahreszeiten
Nach dem Winter, wenn im Frühling,
alles wieder grünt und blüht,
ist's als wird der Mensch auf's Neue,
von der Jugendzeit berührt.
Frisches Grün verzaubert alles,
frische Blumen, Vogelsang.
Frühling bliebest du doch bei uns,
bliebest du ein Leben lang.
Doch Vergängliches vergehet,
auch in unserer Natur,
und der Sommer überziehet,
unsere weite bunte Flur.
Lockt die Menschen in den Urlaub,
lässt sie froh und munter sein.
Kräfte sammeln, sich erholen,
sich am Lebensquell erfreu'n.
Nach des Sommers buntem Treiben
kündigt sich der Herbst dann an.
Mit den buntesten der Farben,
malt er unsere Heimat an.
Auf den Feldern wird geerntet,
auf den Wiesen wird gemäht,
und vom Landwirt vorausschauend,
wird für's nächste Jahr gesät.
Fallen Blätter dann vom Baume,
ist die Ernte eingebracht,
wird es stiller, wird es kälter,
kommt der Winter über Nacht.
Weißer Schnee bedeckt die Erde,
alles schlummert, alles ruht,
holt sich Kraft für neues Leben,
so wird alles wieder gut.
Altes wird nicht mehr erstehen,
wird den Weg des ird'schen gehen.
Jugendliches drängt nach vorne,
will den nächsten Frühling sehen.
Und so geht es immer weiter,
alles dreht sich um die Uhr.
Der Herrgott lenkt, wir sind dazwischen,
so natürlich ist Natur.
(Karl Zollfrank)

Im Winter ist es viel zu kalt, jeder fühlt sich richtig alt.
Doch siehe da, die Falten gefrieren, so kann das Alter nur verlieren.

Liebe Weihnachtsgrüße
Jedes Jahr die gleiche Leier:
Der liebe Gruß zur Weihnachtsfeier.
Man wünscht den Freunden nur das Beste:
"Gesundheit, Glück zum Hohen Feste."
Das ganze Jahr wär' Zeit gewesen.
Man hätt' so gern 'nen Gruß gelesen.
Doch wie's so ist im Zeitenlauf:
Man schiebt das Schreiben immer auf!
Zum Festtag rührt sich das Gewissen:
Dein Freund wird Deinen Gruß vermissen.
Drum schick' zum Fest man eine Karte,
damit er nicht vergebens warte!
Eins-fuffzig-Marke mit 'nem Druck
als Porto drauf - das geht Ruck-Zuck.
So macht man zwanzig Stück die Stunde
und schickt die Grüße in die Runde.
Und dann hat man - das ist ganz klar
mal wieder Ruh' fürs ganze Jahr!
(© Willy Meurer, Toronto)

Polarnächte
Novemberregen, Wind und Eis,
Glühwein, Grog stark und heiß!
Der Mensch sehnt sich nach Frühlingsdüften,
Tulpen und Narzissendüften.
Doch zuerst, das steht fest,
feiern wir das Weihnachtsfest.
(1988, Elvira Christina Westphal)

Sankt Martin
Um die Wette mit den Sternen,
leuchten Kinder mit Laternen.
Ziehen singend durch die Straßen,
dass Martin seinen Rock hat lassen
als barmherziger Samariter,
Armut ist auch heute bitter.
Ein Feuer auf dem Marktplatz brennt,
heute jeder jeden kennt.
Nur morgen, der Reiche den Armen vergisst,
weil Sankt Martin nur am Elften ist.
Und wenn dann aus Kind ein Mann geworden,
dann hat er seine eignen Sorgen.
Kennt nur noch das Geld und das Kaufen,
lass' andere sich die Haare raufen!
Solang es ihm nur selber gut.
das Martinsfeuer versprüht die Glut.
Aus heißer Glut wird Asche kalt,
zerstreut sich schnell, zerstreut sich bald!
(Elvira Christina Westphal, November 1989)

Santa Claas
Spendabel war er, Santa Claas,
er brachte wieder für jeden was.
Alles, was es gab zu kaufen,
irgendwer konnst gebrauchen.
Von Meerschweinchen bis Video,
er machte alle Kinder froh.
Keiner nach den Preisen frug,
Weihnachtsgeld gab es genug.
Voll waren die Teller, die Herzen sind leer,
jetzt muss ganz schnell Silvester her.
Prosit Neujahr und guten Rutsch,
Der Beutel ist leer, das Geld ist futsch!
(1988, Elvira Christina Westphal)

Schöne Weihnachtszeit
Weihnachtszeit, Kinderzeit,
alle Herzen sind bereit.
Hände geben, Hände nehmen,
Freude machen, Augenlachen.
Doch wer denkt schon jetzt daran,
dass man auch mal arm sein kann.
Arme suchen? Hab' keine Zeit!
Ob, die schöne Weihnachtszeit!
(1988, Elvira Christina Westphal)

Silvester
Das Jahr neigt sich zu Ende,
es weht ein kalter Wind.
Verwaiste Plätze, stille Straßen,
Schneeflocken machen blind.
Um Mitternacht wird’s draußen laut,
Silvester auf die Pauke haut.
Feuersterne schießen ins Firmament,
die Gefahr oft nicht erkennt.
Prosit Neujahr, Gestern ist alt,
heute stehen Sektflaschen kalt!
Und dann ist alles doch wie immer,
alle Träume gibt es nimmer.
(© Elvira Christina Westphal)

Tanz der Leidenschaft
Weckruf des Impulses
Hautnah pulsierende Zeit
Verschmelzen in der Hingabe
Winterliches Wetter
Weiß, kalt
Und nass
Draußen
Der Schnee
Weiß, heiß
Und nass
Drinnen
Die Körper
Ineinander
Verschlungen
Licht im Blick
Unsere Gesichter sind so nah,
Dass unsere Augen fast zu einem
Einzigen verschwimmen
Blicke in die tiefsten Tiefen
Und Winkel deiner Seele hinein
Unsere Körper sind eins
Gedanken tanzen Walzer
Den wunderbaren Klang deiner
Seele vernehme ich genau
Zauberstaub wirbelt auf
Ein funkensprühendes Feuerwerk
Reigen der Leidenschaft
Alles auf Anfang
(Susanne Ulrike Maria Albrecht)

Weihnachten
Markt und Straßen steh’n verlassen,
still erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh’ ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt;
tausend Kindlein steh’n und schauen,
sind so wunderstill beglückt.
Und ich wand’re aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil’ges Schauern,
wie so weit und still die Welt!
Sterne hoch die Kreise schlingen;
aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit!
(Joseph von Eichendorff)

Weihnachtsbotschaft
Man könnte lachen, wenn es nicht so traurig wär,
der Weihnachtsmann als Teddybär.
Ganz in rot mit weißem Haar,
so wie damals Sankt Nikolaus war.
Er lacht und tanzt und singt,
im Kaufhaus laut die Kasse klingt.
So zieht er uns in seinen Bann,
den kleinen und den großen Mann.
Das ist die Weihnachtsbotschaft heuer,
Geschenke viel und meistens teuer!
(© Elvira Christina Westphal, 2005)

Weihnachtsmenu
Ich denke nach schon seit Wochen,
wie kann ich meine Gäste bekochen?
Sie sind weit gereist und kennen sich aus,
Nouvelle Cuisine und Festtagsschmaus.
Russischer Kaviar auf Parmaschinken,
dazu wir französischen Schampus trinken.
Nordischer Lachs in Meerrettichsahne,
Trüffelpastete aus Albanien.
Pekingente in Goldblatt garniert,
rosa Herzen Fürst-Pückler-Eis ziert.
Ohne Gans ist' unvorstellbar,
Opa schwärmt für Pfirsich-Melba.
Schwiegermutter stets mit Lust,
labt sich an der Putenbrust.
Kaltes Buffet am Abend dann,
Oma stürzt sich als Erste ran.
Forellenfilet und Spargelsalat,
jeder ißt sich richtig satt.
Den Durst mit edlem Wein gestillt,
die Gläser werden nachgefüllt.
Hinterher fällig ist die Diät,
zum guten Ton schon lange 'hört.
Der Darm, der hat Transportprobleme,
schnell noch ein paar Pillen nehmen.
Hätten wir nicht soviel gefressen
und die Armen ganz vergessen,
den Mund nicht ganz so voll genommen,
wäre es allen wohl besser bekommen.
Doch Weihnachten ohne Völlerei,
ist wie Ostern ohne Ei!
(1988, Elvira Christina Westphal)

Winterschlaf
Aus Winterschlaf erwacht,
vorbei die kalten Zeiten.
Die Frühlingssonne lacht,
weckt alle müden Geister.
Natur und Mensch blüh‘n wieder auf,
es ist der Zeitenjahreslauf.
(© Elvira Christina Westphal, 4/2008)
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